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„Auch nach CONNECT werden wir in Kontakt bleiben“ – Abschlussfeier des Integrationsprojekts CONNECT
Foto: © TERRE DES FEMMES

 

Nach dreieinhalb Jahren Projektlaufzeit neigt sich Ende des Jahres das Patinnenprojekt CONNECT – Empowerment für geflüchtete Frauen dem Ende zu. Aus diesem Grund haben das CONNECT-Team Gesa Birkmann, Désirée Birri und Laureen Hinz die Teilnehmerinnen am 30.11.2019 zur Abschlussfeier in das indische Restaurant PAPADAM eingeladen. Sowohl Tandems der ersten Stunde als auch Tandems, die im Juli gebildet wurden, sind der Einladung zahlreich gefolgt und machten das Fest zu einem vollen Erfolg.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Projektreferentin Désirée Birri wurde mit alkoholfreiem Sekt auf die Patenschaften angestoßen. Die orientalische Lounge mit zwei Kegelbahnen hat zum Austauschen und Spielen animiert. Während die Kinder begeistert versuchten, alle Neune zum Fallen zu bringen, haben sich die ehrenamtlichen und geflüchteten Frauen bei indischem Essen und selbstgemachten Nachspeisen aus der Türkei, Afghanistan und Deutschland ausgiebig unterhalten. „Ich fand es bereichernd, sich auch mit anderen Flüchtlingsfrauen und Patinnen auszutauschen“, so Vera, die seit zwei Jahren im Projekt ist. Claudia berichtete bereits von den nächsten Vorhaben wie der Familienzusammenführung ihrer Tandempartnerin mit ihrem Ehemann. „Auch nach CONNECT werden wir in Kontakt bleiben“, versicherte sie. Um 18 Uhr endete der fröhlich-bunte und ausgelassene Nachmittag. Theresa erzählte zum Abschied, wie bereichernd, auch für ihre Tochter, der Kontakt zu einer anderen Kultur, zu einer geflüchteten Frau und deren Familie, ist und bedankte sich herzlich für die Koordination des Projekts. Tharaa freute sich sehr, dass sie Sarah über CONNECT kennengelernt hat und Stefani bestätigte, dass sie „von Anfang an ein sehr gutes Match“ hatte.

TERRE DES FEMMES sagt vielen Dank an alle Patinnen, die sich freiwillig und mit viel Herzblut engagiert haben, noch immer aktiv sind und es auch über den offiziellen Zeitraum hinaus sein werden.

 

Meine Tandempartnerin und ich haben uns genau vor einem Jahr kennengelernt. Seitdem treffen wir uns alle 1-2 Wochen für die unterschiedlichsten Aktivitäten. Manchmal sehen wir uns häufiger und manchmal auch zwei Wochen nicht, wenn sie Freunde in einer anderen Stadt besucht oder ich viel arbeiten muss. Gemeinsam finden wir aber immer einen guten Weg, uns besonders dann zu treffen und auszutauschen, wenn sie Unterstützung braucht. Zu Beginn mussten wir uns natürlich erst mal kennenlernen, herausfinden, wer uns da gegenübersitzt, und Vertrauen aufbauen. Da meine Tandempartnerin den Wunsch hat, zu studieren, haben wir uns einige Monate mit Bewerbungen, dem Prüfen von Dokumenten und Sprechstunden für Geflüchtete an Universitäten/Fachhochschulen auseinandergesetzt.

Schulung „Traumasensibler Umgang mit geflüchteten Frauen“ für CONNECT-Patinnen
Foto: © TERRE DES FEMMES

 

Am 20.10.2019 hat das CONNECT-Team Désirée Birri und Laureen Hinz die Patinnen des Integrationsprojekts in die TERRE DES FEMMES-Geschäftsstelle eingeladen. Die Schulung zum Thema „Traumasensibler Umgang mit geflüchteten Frauen“ wurde von Cathy Kopp, Sozialpädagogin und selbst CONNECT-Patin, durchgeführt.

„Der Begriff Trauma (griech.: Wunde) lässt sich bildhaft als eine ‚seelische Verletzung‘ verstehen, zu der es bei einer Überforderung der psychischen Schutzmechanismen durch ein traumatisierendes Erlebnis kommen kann.“ So definiert die Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie den Begriff.

 

Alles in allem bewerte ich die CONNECT-Zeit mit meiner Tandempartnerin Adanna als sehr lohnenswert, aber auch als sehr anstrengend. Eine Frau ohne Schulbildung, mit Fluchterfahrung und in einer Krisensituation über einen langen Zeitraum begleiten zu dürfen und vor allem auch in schwierigen Situationen, etwa bei Anhörungen, dolmetschen zu können, hat mich auch persönlich geprägt: einerseits das volle emotionale Verständnis für meine Tandempartnerin in diesen Situationen, andererseits auch die Notwendigkeit, ihr erklären zu müssen, dass diese (leidvollen) administrativen Schritte nun zu ihrem Leben gehören und ihr letztlich für ihre Zukunft auch Gutes bringen können. Hierbei hat vor allem geholfen, dass Adanna und ich uns persönlich von Anfang an gut verstanden haben (gleicher Humor!), sie mir stets vertraut hat und ich ihre Tochter fast von Geburt an habe kennenlernen können. So habe ich seit Beginn der Patenschaft die Gesamtsituation meiner Tandempartnerin erfahren, viel über ihr Leben in Benin und ihre Fluchtgeschichte gelernt und konnte mich so in gewisser Weise auf diese Dinge einstellen.